• Wiebke Salzmann

    freie Lektorin und Autorin

  • Text-Wirkerei

  • Wirken an Texten – Wirken von Texten

Der Tote im Steintanz

Eine Krimikarte aus der Text-Wirkerei

Die besondere Grußkarte mit dem besonderen Krimi – inspiriert durch Sagen aus Mecklenburg-Vorpommern.

– Die Sage zu den Steintänzen von Boitin
– Die Steinkreise von Boitin
– Leseprobe aus dem Krimi „Der Tote im Steintanz“

Die Krimikarte „Der Tote im Steintanz“

Die Krimikarte ist eine 6-seitige Klappkarte, in deren Innerem sich ein Heft mit einem Kurzkrimi befindet – der einen Bezug zu einer Sage aus Mecklenburg-Vorpommern hat. Die Originalsage befindet sich auf der Rückseite der Karte (und im nächsten Textabschnitt dieser Webseite).
Genaueres zur Krimikarte gibt es hier: Krimi-Karte.

Die Krimis spielen an fiktiven Orten in einer fiktiven Gegend an der Ostseeküste. Die Sagen gehören natürlich zu realen Stätten – so befinden sich die echten Steintänze bei Boitin, einem Dorf zwischen Sternberg und Bützow.

Titel der Krimikarte

Krimikarte „ Der Tote im Steintanz“

Klappkarte (6-seitig) im DL-Format mit mit Heft (38 Seiten) im DIN-A6-Format

bestellbar im Shop der Text-Wirkerei
zum Preis von 5 € inkl. MwSt zzgl. Versandgebühr


Die Sage vom Boitiner Steintanz

Foto Foto vom abseits liegenden kleineren Steintanz
Der Trick, rückwärts durch seine Beine zu sehen, nützte dem Schäfer nichts: Er und seine Schafe wurden versteinert und bilden den Kleinen Steintanz ein Stück vom Großen Steintanz entfernt.

Vor Nördlich des Boitiner Steintanzes liegt das Dorf Dreetz. Vor langer Zeit wurde dort eine große Hochzeit gefeiert. Die Gäste wurden immer ausgelassener und schließlich kamen sie in ihrem Übermut auf die Idee zu kegeln – aber nicht mit Spielfiguren, sondern mit Würsten, Broten und Kuchen. Da erschien ein Geist in Gestalt eines alten Mannes auf dem Fest und ermahnte die Feiernden, diesen Frevel zu beenden. Die Gäste hörten jedoch nicht auf die mahnenden Worte, verspotteten den alten Mann und lachten ihn aus.

Auf der Stelle ereilte die Übermütigen ihre Strafe – sie wurden alle in Steine verwandelt. Sie stehen noch heute dort, wo die drei Steinkreise des Großen Steintanzes stehen, erstarrt mitten im Reigentanz.

In der Nähe weidete ein Schäfer seine Schafe. Er hatte dem frevelhaften Treiben zugeschaut, ohne sich zu beteiligen. Der Geist warnte ihn daher, er solle mit seinen Schafen fliehen und sich auf keinen Fall umdrehen. Der Schäfer tat wie geheißen und lief davon. Als er aber bereits ein Stück vom Festplatz entfernt war, übermannte ihn doch die Neugier. Er wandte einen Trick an: Da ihm das Umdrehen verboten war, bückte er sich und sah zwischen seinen Beinen hindurch nach hinten. Aber so leicht war der Fluch nicht zu überlisten, auch der Schäfer und seine Schafe wurden im gleichen Augenblick zu Stein. Sie stehen heute als Kleiner Steintanz ein Stück südlich des Großen Steintanzes.

Es ist möglich, die Verwunschenen zu erlösen. Am Johannistag, also am 24. Juni, hängt aus der Brautlade, dem größten Stein im Großen Steintanz, ein roter Faden heraus – und zwar aus dem zwölften Loch dieses Steins. Wer um Mitternacht diesen Faden herauszieht, erlöst die Hochzeitsgesellschaft und den Schäfer und kann obendrein den Schatz, der in der Brautlade liegt, behalten.

Die Sage ist nacherzählt nach:

der Info-Tafel, die sich bei den Steintänzen von Boitin befindet.


Die Steinkreise bei Boitin

Foto eines der größeren Steinkreise
Der Große Steintanz umfasst drei Steinkreise, die in den Ecken eines Dreiecks stehen.

Die Boitiner Steintänze besteht aus insgesamt vier Stein­krei­­sen – der Große Steintanz umfasst drei Kreise, die in den Ecken eines Dreiecks liegen; der Kleine Steintanz besteht aus nur einem kleineren Stein­kreis und liegt einen kurzen Fußmarsch entfernt.

Die Steinkreise stammen aus der Eisenzeit und sind 2000 bis 2600 Jahre alt. Eine Urne mit Leichenbrand, die hier im Rahmen archäologischer Untersuchungen gefunden wurde, deutet darauf hin, dass es sich bei den Steintänzen um Grabmarkierungen gehandelt hat, wie sie in dieser Zeit häufig im Ostseeraum entstanden. In Polen und in Skandinavien findet man solche Steinkreise bei Urnengräbern.

Foto eines der größeren Steinkreise
Die eckigen Löcher in der Brautlade (links) dienten in Wirklich nur der Sprengung des Steins. In einem anderen Stein der Steintänze sieht man noch Reste der Löcher an der Bruchkante (rechts). Dieser Stein wurde demnach wie geplant gespalten.

Der größte Stein im Großen Steintanz, die Brautlade, hat eine Reihe rechteckiger Löcher. Der Sage nach liegt in diesem Stein ein Schatz, den man um Mitternacht des 24. Juni heben kann, wenn man einen roten Faden aus einem der Löcher herauszieht. Die weitaus profanere Wahrheit hinter den Löchern ist, dass diese hineingeschlagen wurden, um den Stein zu spalten und als Baumaterial zu verwenden.


Leseprobe aus dem Krimi „Der Tote im Steintanz“

Das Cover zum Krimi 'Der Tote im Steintanz'
Das Cover des Krimis „Der Tote im Steintanz“

Sämtliche auftretenden Personen sind fiktiv. Die Hauptpersonen sind zwei Freundinnen Anfang 30: Die 1,80 m große, hagere Hauptkommissarin Katharina Lütten, die ununterbrochen essen kann ohne zuzunehmen, und die 1,50 m kleine, zierliche Freifrau Johanna (plus 6 weitere Vornamen) von Musing-­Dotenow zu Moordevitz, genannt Jo, ehrenamtlich die Wehrführerin der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Beide bilden auf Schloss Moordevitz eine WG, betreut und bekocht vom „Hausdrachen“ Hertha. Weitere Nebenfiguren sind einige Feuerwehrleute wie der lange Meier und der etwas dusselige kurze Meier, Katharinas Kollegen wie der hypochondrisch veranlagte Kommissar Pannicke, die muntere Levke und der schweigsame Finn.

Foto eines der größeren Steinkreise
Ein weiterer Steinkreis des Großen Steintanzes

Als Jo die schwere Tür, die schon den Namen „Schlossportal“ verdiente, aufziehen wollte, drehte sie sich noch einmal um. Autoscheinwerfer näherten sich auf dem Feldweg, der zu Schloss Moordevitz führte. Das musste Hertha sein, Jos Hausdrache war heute Abend bei seiner Freundin Hilde Gutenberg zum Adventsessen verabredet gewesen.

Jo, offiziell Freifrau Johanna von Musing-Dotenow zu Moordevitz, trat in die dunkle Eingangshalle und sperrte die Kälte aus. Sie tastete nach dem Lichtschalter, hielt jedoch inne. Unter der Küchentür drang Licht hervor. Also war Hertha doch schon vor ihr nach Hause gekommen. Wessen Auto fuhr dann gerade auf den Kiesweg? Jos Mitbewohnerin und Freundin Katharina Lütten war bei der Adventsfeier des Kommissariats und das dauerte erfahrungsgemäß bis in den frühen Morgen. Egal. Der Ankömmling würde sich schon melden. Jo war kalt und sie hoffte noch auf einen von Herthas legen­dären heißen Kakaos vor dem Schlafen­gehen.

Jo schleuderte ihre Schuhe von den Füßen; sie landeten gut gezielt in der Ecke, die für Schuhe bestimmt war. Wenn auch nicht so ordentlich nebeneinander auf den Sohlen stehend, wie Hertha sich das gewünscht hätte. („Frau von Musing-Dotenow zu Moordevitz, Ihre Ordnungsliebe erreicht nicht ganz das Niveau Ihrer Vorfahren.“) Dann tappte Jo auf Socken in Richtung Küche und öffnete die Tür. Kurz geblendet durch das Licht blinzelte sie zum Tisch hinüber, an dem Hertha zu sitzen und Zeitung zu lesen pflegte. Herthas Stuhl war leer, aber im Augenwinkel sah Jo eine Bewegung hinter sich. Sie drehte sich um.

Es knallte, ein jäher Schmerz durchfuhr Jos Arm, sie fuhr zurück, stolperte, etwas schlug gegen ihre Schläfe und es wurde dunkel.

*

Foto eines der größeren Steinkreise
Der dritte Steinkreis des Großen Steintanzes

Kalt. Hart. Sie lag definitiv nicht im Bett. Worauf lag sie? Beim dritten Versuch gaben ihre Augenlider nach und öffneten sich ein wenig. Gefleckt – schwarz, weiß, braun, wie … ein Terrazzoboden! Über ihr erhob sich – ja, was? Die dicke, eichene Platte des Küchentischs. Jo lag auf dem Küchenfußboden. Um sie herum wuselten jede Menge Leute. Wieso lag sie auf dem Fußboden? Zudem mit fürchterlichen Kopfschmerzen, wie ihr auf einmal bewusst wurde.

„Jo? Bist du wach? Was ist passiert?“ Das war Katti, die rote Mähne zurückgebunden. Das tat sie nur im Dienst als Kriminalkommissarin Katharina Lütten, zu Hause ließ sie ihre Haare meist offen.

Passiert. Ja, was war passiert? Herkules kläffte und rannte auf dem Flickenteppich herum, der in der Mitte der Küche lag. Jo liebte ihren kleinen, hässlichen Terriermischling, aber im Augenblick könnte er wirklich mal die Klappe halten. Der Teppich lag schief. Das würde Hertha nicht gefallen. Träge starrte Jo auf den Teppich. Irgendwer wollte was von ihr. Ach ja, Katti. Katti mit Dienstfrisur.

„Jo?“

„Ich – keine Ahnung.“

Jemand war mit ihrem Oberarm beschäftigt. Das tat weh. Jo versuchte, den Kopf zu drehen, stellte den Versuch aber ganz schnell wieder ein, da sich statt ihres Kopfes die Küche in Drehung versetzte.

„Is nur ein Streifschuss, hatt ich auch mal, is nich schlimm. Heilt wieder zu.“ Das war die Stimme von dieser jungen, blonden Polizistin, dieser Levke. Ganz nett. Unkompliziert. Aber wieso war Levke bei Jo in der Küche?

„Katharina, wenn Sie mal schauen mögen, in der Stube ist eine Scheibe defekt, es besteht die Vermutung, dass der Täter durch dieselbe eingedrungen ist.“

Diese Stimme kannte Jo auch, das war dieser steife Hypochonder, der Kollege von Katti.

Katharina stand auf und stolperte über Herkules. „Kann nicht mal jemand diesen Hund aus­sperren? Warum rast der die ganze Zeit über diesen Teppich? Herkules, komm … ach, mach doch, was du willst.“

Die Kommissarin ging in die Eingangshalle, rief dann aber noch mal zurück in die Küche: „Lasst mal den Teppich untersuchen, vielleicht sind da noch irgendwelche Spuren, die der Hund wittert.“

„Herkules, Schluss jetzt! Geh in dein Körbchen!“ Herthas Anweisungen gehorchten selbst Hunde mit chronischem Autoritätsproblem. Brav marschierte Herkules aus der Küche. „Aber das mit den Spuren können Sie sich sparen, der Hund wittert das Wildschwein, das im Vorratskeller hier drunter hängt.“

Kattis Stimme klang aus einem der Nachbarräume. „Wo ist die kaputte Scheibe? Das ist nicht die Stube, Pannicke, sondern die Bibliothek von irgendeinem Uropa von Jo. Von der Freifrau, meine ich natürlich. Aber ja, sieht so aus, als hätte er die Scheibe eingeschlagen und wäre hier eingestiegen, unser Einbrecher. Hier soll die SpuSi mal nach Fingerabdrücken suchen. Und nach allem, nach was die SpuSi so sucht.“

Einbrecher. So langsam setzte sich das Geschehen in Jos Kopf wieder zusammen. Doch die trägen Gedanken wurden wieder durch Herthas energische Stimme unterbrochen.

„ Also – können Sie nicht schneller schreiben, junger Mann? Lernt man denn heutzutage kein Steno mehr? Wie gesagt, ich kam von unserem Altweiber-Treffen nach Hause, betrat die Eingangshalle und in dem Moment, in dem ich die Eingangstür schließen wollte, fiel ein Schuss. Ich bin so schnell wie möglich in die Küche … ja, junger Mann, in - die - Küche - gelaufen. Da sah ich die Frei­frau reglos am Boden liegen, mit einem blutigen Ärmel. Na, der linke natürlich! Das sehen Sie doch, dass die Wunde am linken Arm ist! Ich lief zu ihr, weil ich an einen Sturz dachte – was glauben Sie, wie oft die Freifrau auf die Arbeitsplatte klettert, um an die oberen Schränke zu kommen, statt die Leiter zu holen. Ihr jungen Leute glaubt immer, zu wenig Zeit zu haben! Außer zum Schreiben, wie mir scheint, haben Sie das jetzt? Ich lief also zu ihr, bückte mich zur Freifrau hinunter und wurde umgerissen, weil jemand an mir vorbeirannte. Und bevor Sie fragen, nein, ich habe ihn nicht erkannt, es ging zu schnell. Ich war ja gestürzt und konnte nicht so schnell wieder hoch kommen. Ich konnte lediglich sehen, dass es ein Mann war, nicht sehr groß, schlank, dunkle Kleidung – eines dieser unmöglichen, formlosen Kapuzen­sweatshirts, die ihr heutzutage so gern tragt. Ich bin noch zur Küchentür gekrochen, konnte aber nur noch sehen, wie der Kerl durch die Eingangstür die Treppe hinunterlief und im Dunkeln verschwand. Die Eingangstür hat er natürlich offen stehen lassen. So. Als nächstes wollen Sie vermutlich wissen, ob etwas gestohlen wurde, aber, junger Mann, so gut ich mich in diesen vier Wänden auch auskenne, das muss ich erst überprüfen. Kommen Sie morgen Nachmittag wieder. Und wo bitte bleibt dieser Krankenwagen? Und Sie, junge Frau, gehen da mal weg von der Freifrau, bevor sie noch bleibende Schäden davonträgt. – Na, endlich!“

Blaues Blinklicht drang in die Eingangshalle, Hertha hastete zur Tür und scheuchte Notarzt und Sanitäter zur Küche. Levke war bei Jo geblieben, völlig unbeeindruckt von Herthas Befehl und wich erst für den Notarzt zur Seite.

*

„Wie sieht es aus?“ Katharina zog sich einen der Plastikstühle an Jos Bett und setzte sich. „Ich hatte ja erwartet, dass es für eine Freifrau und Bankvorständin im Krankenhaus wenigstens gepolsterte Stühle am Bett gibt.“

„Die Stühle sind ja bloß für die bürgerlichen Besucher aus der Arbeiter- und Bauernklasse, mein Bett ist bestimmt aus vergoldetem Marmor und die Matratze mit Yakhaar gestopft. Heute Nacht soll ich hierbleiben, die trauen meinem Kopf noch nicht. Morgen darfst du mich nach Hause fahren.“

„Ich muss eine Einbruchsserie aufklären, ich habe keine Zeit, den Hochadel durch die Gegend zu kutschieren. Aber im Ernst, kann das jemand anderes machen, ich habe wirklich ...“

„Wenn noch nicht mal meine beste Freundin bereit ist, mir Polizeischutz zu gewähren, dann muss ich wohl den langen Meier fragen. Schnief. Aber mach dir keine Sorgen um mich, ich komm schon klar. Schluchz. Endlich – ich bin schon am Verhungern! Lecker, Königsberger Klopse!“

Trotz ihrer tragischen Rede machte Jo sich mit gehörigem Appetit über das Krankenhausessen her.

„Kannst du mir noch erzählen, an was du dich erinnerst? Was ist da passiert?“

„Hmhm. Also, ich kam nach Hause und in der Küche war Licht. Das hat mich erst gewundert, weil Hertha sonst nicht so früh von ihrem Altweiber-Abend nach Hause kommt, aber andererseits ist Hilde wirklich schon ein alt…, also mindestens zehn Jahre älter als Hertha, und geht früh ins Bett. Wie auch immer, jedenfalls bin ich also in die Küche gegangen. Erst dachte ich, die Küche ist leer, dann merkte ich, dass hinter mir jemand war, ich dachte natürlich, das sei Hertha. Ich dreh mich also um und in dem Moment – keine Ahnung. Vermutlich hat mich da der Schuss getroffen. Jedenfalls sagte der Arzt, dass ich einen Streifschuss habe, der aber wohl so streifig ist, dass er kaum genäht werden musste. Kann es sein, dass ich da richtig Glück gehabt habe?“ Jo ließ die Gabel sinken und sah Katharina an. Das wurde ihr jetzt erst bewusst. „Wieso schießt der überhaupt? Wollte der mich erschießen?“

Katti schüttelte langsam den Kopf. „Kann man nicht sagen. An sich ist das neu. Die anderen Einbrüche liefen immer ohne Gewaltanwendung ab. In zwei Fällen wurden die Einbrecher von den heimkehrenden Bewohnern überrascht, ließen aber alles stehen und liegen und flohen einfach. In beiden Fällen berichteten die Geschädigten auch von zwei Einbrechern. Wobei die Tatsache, dass Hertha und du nur einen gesehen habt, noch nicht bedeutet, dass es nur einer war. Ich vermute aber, dass der nicht wirklich vorhatte, dich kaltblütig zu erschießen – du hast ihm den Ausweg verstellt, er ist in Panik geraten und hat geschossen. Als Hertha auftauchte, ist er ja dann auch weg­gelaufen. Hätte aber natürlich richtig übel für dich ausgehen können. Und dass wir offenbar davon ausgehen müssen, dass die Einbrecher Schusswaffen dabeihaben, gefällt mir nicht besonders.“ Katti runzelte die Stirn. „Hast du irgendwas erkannt, bevor du ohnmächtig wurdest?“

Nachdenklich löffelte Jo weiter die Klopse und den Reis. „Nee, ich fürchte nicht. Das, was Hertha auch gesagt hat – ein schmächtiger, dunkler Schatten. Oder – warte mal ... irgendwas Rotes. Mitten in dem Schwarz. Ich weiß nicht. Schalfransen vielleicht, die unter dem Sweatshirt herausguckten? Keine Ahnung. Mehr habe ich nicht gesehen, dann war ich weg. Aber – wenn ich den Schatten vor mir gesehen habe, wer hat mir dann eins auf den Deetz gegeben?“

„Niemand. Du bist offensichtlich auf die Tischkante geknallt, wahrscheinlich vor Schreck gestolpert oder so.“


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© Wiebke Salzmann